Parteiprogramm 2019-2023
Bauernsterben setzt sich fort Vor hundert Jahren gab es in der Schweiz über 243’000 Land wirtschaftsbetriebe, 1990 waren es 108’000, 2017 gerade noch 51‘620. Mit diesem anhaltenden, negativen Strukturwandel nahm auch die Anzahl der Beschäftigten drastisch ab. 2017 waren es noch 153’864 Personen, das entspricht einer Abnahme von rund 25 Prozent in 18 Jahren. Die Bevölkerung steht hinter dem Bauernstand und weist die sem durch die Bundesverfassung und das Landwirtschaftsge setz bedeutende Aufgaben zu. Für den Erfolg der zukünftigen Agrarpolitik ist es denn auch notwendig, dass der Volkswille und die Bestimmungen zur Ernährungssicherheit konsequent umgesetzt werden. Der Auftrag ist glasklar: Stopp der einsei tigen Priorisierung der Ökologie in der Landwirtschaft, keine weitere Grenzöffnung, die Verbesserung der Rahmenbedin gungen und damit die Stärkung der inländischen Produktion von gesunden Lebensmitteln. Die Bauern sind jedoch aufgrund der aktuellen Agrarpolitik immer weniger in der Lage, dem Verfassungsauftrag nachzu kommen: Ausufernder Regulierungswahn, beispielsweise im Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht, setzen der produzie renden Landwirtschaft arg zu. Der Erhalt eines möglichst ho hen Selbstversorgungsgrades, aber auch die Bewirtschaftung und Pflege der Kulturlandschaft ist damit akut gefährdet. Selbstversorgungsgrad darf nicht weiter sinken Die Schweiz ist bereits heute pro Kopf einer der weltweit gröss ten Nettoimporteure von Nahrungsmitteln. Während wir pro Einwohner und Jahr für rund 600 Franken Nahrungsmittel importieren, liegt dieser Wert in der EU etwa zehnmal tiefer. Der Netto-Selbstversorgungsgrad (importierte Futtermittel für die tierische Inlandproduktion abgezogen) lag im Jahr 2000 noch bei 59 Prozent und ist seitdem auf unter 50 Pro zent gesunken. Die Schweiz ist damit weit davon entfernt, sich selbst zu versorgen. Nach Ansicht der SVP sind in jedem Fall leistungsfähige Familienbetriebe mit zukunftsfähigen Struk turen zu fördern. Produzierende Landwirtschaft Unsere produzierende Landwirtschaft bietet die effizienteste und günstigste Möglichkeit für die Erhaltung einer vielfäl tigen und gut strukturierten Kulturlandschaft. Das ist öko logisch sinnvoller, als Landwirtschaftsprodukte, welche hier mit Schweizer Qualität hergestellt werden können, über Kon tinente hinweg zu transportieren. Mit der aktuellen Agrar politik hat die Schweiz jedoch genau den gegenteiligen Weg eingeschlagen. Das heisst, die extensive Landwirtschaft wird auf Kosten der produzierenden Landwirtschaft gefördert. Wir tun damit also genau das, was wir eigentlich nicht tun soll ten: Erstens importieren wir immer mehr Lebensmittel, ohne die Produktionsbedingungen zu kennen, wobei wir zweitens auch unsere Abhängigkeit vom Ausland erhöhen. Zudem fällt immer mehr wertvolles Landwirtschaftsland der Verwaldung L a n d w i r t s c h a f t 76
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